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Zielsetzung





Zur Zeit befindet sich die Rehabilitation in einem Spannungsfeld, ausgelöst durch einen Paradigmenwechsel, ihr Selbstverständnis betreffend. Sie bewegt sich, ähnlich wie die ICF weg vom rein medizinischen zu einem biopsychosozialen Interventionsmodell.

Die ICF, Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (International Classification of Functioning, Disability and Health) ist daher Grundlage unserer Arbeit. Sie wird dem Anspruch auf Ressourcenorientiertheit der Therapie gerecht. Das komplexe Geflecht von Bedingungen, die zu Beeinträchtigungen, Funktionsstörungen und Krankheit führen, wird deutlich mehr einbezogen, als im bisher geltenden medizinisch ausgerichteten Modell.

Der Familienalltag von Müttern ist oft Arbeitsbedingungen ausgesetzt, die mit erheblichen Risiken verbunden sind:

  • ständig wechselnde Einsatzzeiten und -arten
  • Nachtschicht
  • Überstunden
  • lange Einsatzzeiten ohne Pause
  • Termindruck
  • wenig / kein Urlaub
  • hohes Unfallrisiko
  • Lärmbelästigung
  • wenig Zuarbeit / Entlastungsmöglichkeiten
  • Mobbing

Ständige Überforderung kann nicht kompensiert werden, und trägt zur Entwicklung von körperlichen, psychischen und psychosomatischen Krankheitsbildern bei. Diese beeinträchtigen die Partizipation und Aktivitäten, sie führen zu Funktionsstörungen und Behinderungen.

Symptomen wie

  • Herz-Kreislaufstörungen
  • Magen-Darm-Störungen
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • starkes Über- oder Untergewicht
  • häufige Infekte
  • Rückenbeschwerden
  • Erschöpfung
  • Niedergeschlagenheit
  • Unruhe, Nervösität, Angst

aber auch eine Symptomvielfalt, wie sie das ICF und das daran orientierte Leitsyndrom beschreibt.

Der Forschungsverbund der Medizinischen Hochschule stellt mit dem von ihm entwickelten Leitsyndrom bereits im Jahre 2000 dar, wie erheblich sich Funktions- und Partizipationsstörungen auf die Gesundheit auswirken.

TeilnehmerInnen unserer Rehabilitations- und Präventionsmaßnahmen leiden an:

  • schweren Erschöpfungszuständen
  • multiplen psychosomatischen Befindlichkeitsstörungen
  • somatoformen Beschwerden und Erkrankungen
  • Burn Out Syndrom
  • Multimorbidität (frühes Befundstadium)
  • Fähigkeitseinbußen
  • Überlastungs- und Gratifikationskrisen (Partizipationsstörungen)
  • funktionelle Störungen (disabilities)
  • soziale Beeinträchtigungen (handicaps)
  • Störungen
    • der kindlichen Entwicklung
    • der Mutter-Kind-Interaktion
    • des Familiensystems und sozialen Netzwerkes

Nicht nur Mütter sind in der beschriebenen Weise multiplen Belastungen und Erkrankungen ausgesetzt. In zunehmenden Maße sind auch Kinder als Mitglieder des Systems Familie davon betroffen. Kinder leiden häufig an Krankheiten, die zur Chronifizierung führen können. Entwicklungsverzögerungen oder -störungen, sowie Probleme des sozialen und emotionalen Erlebens und Verhaltens sind ebenfalls häufige Symptome.

Unter Berücksichtigung der oben geschilderten Krankheitsbilder haben unsere Präventionsmaßnahmen folgende Zielsetzung:

  • eine Schwächung der Gesundheit zu beseitigen, die in absehbarer Zeit zu einer Krankheit führen würde
  • einer Gefährdung der gesundheitlichen Entwicklung eines Kindes / Jugendlichen entgegenzuwirken
  • eine Pflegebedürftigkeit zu vermeiden
  • dem rezidivierenden chronischen Verlauf einer Krankheit entgegenzuwirken
  • einer drohenden Einschränkung der Fähigkeit zur Familienarbeit oder der Vereinbarkeit von Familienarbeit und Berufstätigkeit entgegenzuwirken

Unser Haus verfügt auch über eine Anerkennung als Rehabilitationseinrichtung. Zielsetzung unserer Rehabilitationsmaßnahmen ist:

  • einer drohenden Behinderung oder Pflegebedürftigkeit vorzubeugen, sie nach Eintritt zu beseitigen, zu verbessern oder Verschlimmerung zu verhüten
  • bei nicht ausreichend beeinflussbaren Fähigkeitsstörungen und Beeinträchtigungen die Patientin zu befähigen, mit diesen im Alltag möglichst unabhängig zu leben
  • einem drohenden Verlust der Fähigkeit zur Familienarbeit oder der Vereinbarung von Familienarbeit und Berufstätigkeit entgegenzuwirken, bzw. bestehende Einschränkungen dieser Fähigkeiten zu beseitigen, zu verbessern oder eine Verschlimmerung zu verhüten

In unserer Einrichtung bestimmen diese Symptomkonstellationen und Zielsetzung, wie in den meisten Einrichtungen des Müttergenesungswerkes, weitgehend die therapeutische Arbeit.

Sie bilden das Leitsyndrom und die Behandlungsziele für nahezu alle Maßnahmen in unserer Kurklinik.

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