


Die gewandelten und sich weiter verändernden Lebensbedingungen von Frauen haben ihren entscheidenden Grund in anhaltenden gesellschaftlichen Modernisierungsprozessen.
Bindungen, Orientierungen und Rollenzuschreibungen verlieren an normativer Kraft und gesellschaftlicher Bedeutung.
Mit gestiegener Ausbildungs- und Berufsorientierung entwickeln Frauen zugleich neue und differenziertere Ansprüche an Familie und Partnerschaft.
Die Vermischung von alten und neuen Werten und Normen stiftet nicht nur Unsicherheit, sie steigert zugleich das gesellschaftliche und interpersonale Konfliktpotential, dessen notwendige Bearbeitung Ehe, Partnerschaft und Familie überfordert.
Mehrfachbelastung duch Hausarbeit, Kinderversorgung, Berufstätigkeit, Dauerstress durch Beziehungsstreit oder die überfordernden Probleme umschreiben die aktuelle Situation der meisten Mütter. Häufig erkrankte Kinder und eigene gesundheitliche Einschränkungen machen die Belastung noch größer. Hinzu kommen Schuldgefühle den eigenen Ansprüchen und Idealbildern nicht zu genügen.
Unverarbeitete traumatische Ereignisse, materielle Sorgen, schlechte Wohnverhältnisse, mangelnde Außenkontakte bis hin zur Isolation, Pflege von kranken Angehörigen oder Suchtprobleme, sowie die permanente Sorge sich in irgend einer Hinsicht falsch entschieden zu haben, all das sind Dinge, durch die Frauen überlastet beziehungsweise einseitig belastet sind.
Gerade das funktionieren müssen und die (fast) alleinige Verantwortung für die Kinder führen Frauen häufig in Dauerspannung, aus denen schließlich gesundheitliche Beeinträchtigungen, Funktionsstörungen und nicht selten chronische Erkrankungen entstehen.
Damit sind jene Bedingungen und Widersprüche benannt, in deren Kontext die Symptome der Frauen stehen, denen eine Rehabilitations- oder Präventionsmaßnahme für Mütter und Kinder verordnet wird, und die unsere primäre Zielgruppe sind. Insbesondere im Hinblick auf die oben beschriebenen Kontextfaktoren und unsere familiensystemische Behandlungsausrichtung ergibt sich die Zielgruppe der "dazu gehörenden" Kinder von selbst.
Frauen leben in unserer Gesellschaft unter anderen Bedingungen als Männer. Sie erkranken anders, und bedürfen entsprechend auch anderer Behandlung zur Genesung. Da unser Behandlungskonzept explizit auf den frauenspezifischen Therapieansatz ausgerichtet ist, haben wir kein Angebot von Vater-Kind-Kuren.