








Alle Kliniken im Verbund des Müttergenesungswerkes haben sich mit ihren spezifischen therapeutischen Angeboten auf die Behandlung des Leitsyndroms, angelehnt an die ICF und den darin beschriebenen Funktionsstörungen und Behinderungen, eingestellt.
Die Basis der Rehabilitation und Prävention in der Mutter-Kind-Kurklinik "Huus achtern Diek" bildet das biopsychosoziale Gesundheitsmodell. Unser Ziel ist es, eine langfristige Verbesserung des Krankheits- und Beschwerdebildes und eine nachhaltige Stärkung des körpereigenen Immunsystems zu erreichen.
Das Team des "Huus achtern Diek" betrachtet sich als professionelle Begleiter und Berater der Frauen auf der Suche nach Handlungskompetenz, Selbstheilungs- und Selbstschutzmechanismen. Nur das Bewusstsein für die Ursachen von krankmachenden Faktoren und Befindlichkeitsstörungen, deren Vermeidung bzw. Verarbeitung oder wenn nötig, Behandlung durch entsprechende Fachkräfte, kann eine dauerhafte und nicht nur während des Klinikaufenthaltes wirksame Besserung des Gesamtzustandes bewirken.
Unseres Erachtens ist das Bewusstsein um die Verarbeitungsmechanismen von Stress und Spannung, das Erkennen der eigenen Bewältigungsmuster, eine wichtige Voraussetzung zur Heilung bzw. zur Förderung eines Gesundheitsbewusstseins und des Gesundheitshandelns.
Methoden zur Gesundheitsförderung in unserem Haus sind sowohl Aufklärungsarbeit in Form von Informationsveranstaltungen, als auch die daraus resultierende beratende und therapeutische intensive Kleingruppen- und Einzelarbeit mit betroffenen Frauen und Kindern.
Zum Konzept unseres Hauses gehört die persönliche Begleitung der PatientenInnen im Tagesablauf. Das pädagogische Personal nimmt an den Mahlzeiten teil, begleitet die Unternehmungen und Ausflüge an den Wochenenden, und schafft somit eine vertrauensvolle Basis des Informationsaustausches und des therapeutischen Wirkens über das Maß der normalen Behandlungszeiten hinaus. Die auf dieser Ebene gewonnenen Erkenntnisse und Beobachtungsergebnisse sind ein wichtiger Baustein im Gefüge der weiteren Behandlung.
Die Behandlungsdichte in unserer Klinik ist insbesondere auch wegen der verhältnismäßig kleinen Gruppen möglich.
Auch, das alle physikalischen, psychosozialen und psychologischen Behandlungsangebote im Haus und von eigenen Therapeutenteams vorgehalten werden, ist wichtig für die unterschiedliche Wahrnehmung der PatientenInnen und macht ein individuelles Eingehen auf alle Problematiken möglich.
Der daraus resultierende Ressourcen orientierte Arbeitsansatz ist ein weiteres wesentliches Merkmal unserer therapeutischen Arbeit.
Eine Voraussetzung für neue Erfahrungen, Lernschritte und Veränderungen ist neben der professionellen Begleitung und Unterstützung, die Schaffung von Freiräumen, die vor allem durch die pädagogische Betreuung der Kinder und die Serviceangebote des Hauswirtschaftsbereiches gewährleistet ist.
Mit der Schaffung von Freiräumen und Organisation von Angeboten soll weitestgehend an die individuellen Bedürfnisse angeknüpft und zum Ausgleich von Defiziten beigetragen werden. Im Verlauf dieses Prozesses können eigene Grenzen und die Grenzen anderer erkannt und auf gemeinsames und verbindendes, sowie trennendes überprüft werden.
Neben der Fürsorge durch andere (Kurgruppe / Behandler) legen wir Wert auf die Bewusstmachung von Eigenverantwortung und Selbstfürsorge. Nur so kann ein harmonisches Verhältnis zu sich selbst erzeugt werden.
Entscheidende Voraussetzung für das Funktionieren des oben beschriebenen engmaschigen Behandlungskonzeptes ist ein gut abgestimmter, standardisierter Informationsfluss, der durch regelmäßige Absprache zwischen den einzelnen Therapeutenteams, aber auch mit den MitarbeiterInnen des Servicebereiches garantiert wird. Insbesondere Art und Zielsetzung der therapeutischen Maßnahmen sind einvernehmlich und zusammen mit den PatientenInnen festzulegen.
Sowohl interdisziplinäre Gesprächsrunden, als auch regelmäßige Teamsitzungen gewährleisten eine gute Basis für den notwendigen Informationsaustausch. Die schriftliche Fixierung garantiert darüber hinaus die erforderliche Dokumentation der Behandlungsabläufe, deren Ziele und Ergebnisse.
Allen therapeutischen Maßnahmen zu eigen ist, dass sie ein Erkennen der eigenen Person im Kontext zu sozialen Bezügen ermöglichen.
Dazu gehört insbesondere die (Wieder) Entdeckung verborgen gebliebener oder längst vergessener Fähigkeiten, deren Weiterentwicklung und Förderung, und gegebenenfalls deren Einsatz zur Verbesserung der Lebensumstände bzw. des gesundheitlichen Zustandes.
In vielen Bereichen unserer therapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gibt es Übereinstimmung mit den oben geschilderten Grundsätzen.
Neben den freizeitpädagogischen und allgemein fördernden Angeboten, wird auf Gesundheitsvorsorge ebenso Wert gelegt, wie auf soziale, Umwelt bezogene und gesellschaftliche Bewusstseinsentwicklung.
Die Kinder und Jugendlichen sollen in der Entwicklung ihres Selbstwertgefühls unterstützt werden und bei Problemen Hilfestellung erfahren.